Fundstelle openJur 2014, 18148
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Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits hat der Kläger zu tragen.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Die Parteien streiten um Auskunftsansprüche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines Fossils.

Der Kläger, der De (De), …, Landkreis O5-O6 und O7-Kreis, war Betreiber der …, bekannt als die sog. Grube von O4, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt ist.

Die Beklagte zu 2) betreibt als gewerblichen Händler von Fossilien eine … in O1. Der Beklagte zu 1) (…), der Beklagte zu 3) (…).

1945 erwarb die Firma X AG das Grundstück des gesamten Arials, das heute als Grube von O4 bekannt ist, sowie die Rechte zum Bergabbau. 1962 wurde die Erdölgewinnung aus dem Ölschiefer eingestellt und zur Beton-Herstellung benutzt. 1971 wurde der Tagebau eingestellt.

In einem Brief, adressiert an einen K, vom 05.06.1973 schrieb ein H: „Hallo K, …

Zur Zeit präpariere ich gerade mein Messel-Kroko (leider ist der Schwanz zerfallen), das ich zusammen mit der zerfallenen Ölschieferplatte von Y getauscht habe.

Gestern hat mich Herr J aus O8 besucht und hat sich das Kroko und die Ölschieferplatte angeschaut. Er meint, es ist kein zerfallener Airluravus, sondern es könnten Teile von einem unbekannten Insektenfresser sein. Er hat einige Teile der Gegenseite mitgenommen, weil dort Hautreste, Teile des kurzen Kopfes und Abdrücke der ungewöhnlich großen Hände zu sehen waren. Ich selbst kann und will die Platte nicht präparieren, zu schwierig und ich habe keine Erfahrung mit Haut- und Weichteilpräparation.

… Dein Freund H“. Es Bezug genommen auf Bl. 128 d. A.

Mit dem am 12.11.1975 geschlossenen Kaufvertrag verpflichtete sich die X zur Übertragung des oben erwähnten Arials an den DfZ (DfZ). Der DfZ erwarb dabei insgesamt 13 Grundstücke, unter denen auch den streitbefangenen „Schildkrötenhügel“- Flur …, Flurstück … bzw. heute Flur …, Flurstück … war. In § 2 des Kaufvertrages wurde folgendes vereinbart: „… Mit der Übergabe gehen, soweit nachfolgend nichts Abweichendes bestimmt ist, sämtliche mit dem Eigentum verbundenen Rechte und Pflichten auf den Käufer über.“ Es wird Bezug genommen auf Bl. 32 d. A.

Im Jahre 1975 wurde das Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmäler in Kraft gesetzt, das einen Genehmigungsvorbehalt für die Fossiliensuche durch die oberste Denkmalschutzbehörde regelte. 1976 wurde das gesamte Gelände umzäunt. Im Jahre 1981 wurde ein Planfeststellungsbeschluss für die Zentrale … Z erstellt, der ein Verbot für die Fossiliensuche- und Grabung durch Amateur- und Hobbypaläontologen vorsah. (Es wird auf Bl. 45 d. A. Bezug genommen.

Der frühere DfZ war identische Körperschaft des Öffentlichen Rechts mit dem im Jahre 1983 durch Änderung der Satzung umbenannten De, dem hiesigen Kläger. Seit Inkrafttreten der Satzung am 01.05.1983 trat der Kläger in die Rechtsposition des DfZ ein, womit er auch das Eigentum an dem Grundstück, das die sog. Grube Messel betrifft, erwarb. Es wird Bezug genommen auf Bl. 190f. d. A.

Im Jahre 1991 verkaufte der Kläger die hier streitgegenständlichen Grundstücke an das Land Hessen. Nach § 7 des Vertrags ging das Grundstück mit Wirkung vom 01.01.1992 auf das Land Hessen über, ohne dass Rechte an Fossilien oder ähnlichem mit übertragen wurden.

Mit Schreiben von 01.04.1997 an das hessische Ministerium für Wirtschaft und Kunst erklärte die Firma X … GmbH, dass sie an die Fossilien, die in der Zeit vor dem 11. 04.1995 geborgen wurden, keine Ansprüche erheben wird. Es wird auf Bl. 142 d. A. Bezug genommen.

Das streitgegenständliche Fossil wurde nach seinem Fund in zwei Platten, eine A- und eine B-Platte, gespaltet. Die sog. B-Platte wurde 1991 an den … Fossilienliebhaber I verkauft.

Der Beklagte zu 1) bot die A-Platte des Fossils dem Frankfurter Senckenberg-Museum an, wobei es nicht zu einem Ankauf kam. Später wurde der norwegische Paläontologe N, Mitarbeiter im Osloer Naturkundenmuseum auf das Fundstück auf der am ….12.2006 in O9 stattfindenden Messe aufmerksam. Am 26.06.2007 verkaufte die … die A-Platte an das oben genannte Museum in Oslo.

Auf der zum Verkauf erforderlichen Ausfuhrgenehmigung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Jahre 2007 ausstelle, wurde das Fundstück mit den folgenden Angaben bezeichnet: „Ein Messel-Fossil: „Godinotia neglecta“ Grube Messel, Germany auf Gießharzplatte liegend Fundort: Grube Messel „ Schildkrötenhügel 1983 gefunden; Wert: 535.000,00 €; Antragssteller: … Cd-Str. …, O1; Empfänger: Naturhistorik Museum, University of Oslo; Vertreter des Antragsstellers: …“

Es wird Bezug genommen auf Bl. 74 d. A.

Nach dem Verkauf untersuchte N zusammen mit anderen Wissenschaftlern das Fossil, das er nach seiner … „Ida“ taufte. Festgestellt wurde, dass es sich bei „Ida“ um ein bislang unbekanntes Säugetier handelt, das als einziges bisher gefundenes Exemplar zu einer ausgestorbenen Limurengattung aus der Gruppe der Adapiformes zuzuordnen ist.

Im Jahre 2009 sorgte die Nachricht über ein 47 Mio. altes und ca. 50 cm. großes Ölschiefer Fossil namens „Ida“ weltweit für Aufsehen. In Medienberichten wurde mitgeteilt, dass im Jahre 1983 in dem sog. Schildkrötenhügel in der Grube Messel ein Fossil mit dem wissenschaftlichen Namen „Darwinius masillae“ gefunden wurde, das ein seltenes Säugetier darstellt. Insoweit erlangte auch der Kläger von dem streitgegenständlichen Fossil Kenntnis.

Der Kläger behauptet,

Das Fundstück sei 1983 auf seinem Grundstück gefunden und von dort unzulässigerweise entfernt worden.

Finder seien D1 und D2, die Beklagten zu 4) und 5), gewesen, Diese hätten dieses 1983 in ihrem Besitz gehabt, wobei die Präparation von der Beklagten zu 5) vorgenommen worden sei.

Der Beklagte zu 1) habe N mitgeteilt, er habe die Finder begleitet und sei bei dem Fund anwesend gewesen.

Die B-Platte habe ein Herr I von dem Finder und Erstbesitzer gekauft, dabei habe der Verkäufer ihm erläutert, dass das Fossil im Jahre 1983 gefunden worden sei.

Die Angaben in der Ausfuhrgenehmigung seien von den Beklagten durch das im Auftrag handelnde Transportunternehmen veranlasst und von einem Mitarbeiter ausgefüllt worden.

Gerade die unter wissenschaftlichem Aspekt überragende Rolle des Fundes sei für den marktwirtschaftlichen Wert von „Ida“ maßgebend.

Vor 1980 habe es keine Primatenfunde gegeben.

Eine Präparationsdauer von 10 Jahren sei technisch auch bei bester Lagerung nicht möglich, so dass das Fossil zerfallen wäre. Vielmehr sei dies in 4 Wochen möglich.

Die Klage ist den Beklagten am 19.10.2010 zugestellt worden. Mit Schriftsatz vom 16.10.2012, Bl. 561 d. A., hat der Kläger die Klage erweitert.

Der Kläger beantragt nunmehr,

die Beklagten zu 1) bis zu 3) verurteilen,

dem Kläger Auskunft darüber zu erteilen,

wer der Finder des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ war;

wer der/die Vorbesitzer des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ vor den Beklagten 1), zu 2) und zu 3) war bzw. waren;

wie hoch der Kaufpreis war, den die Beklagten zu 1), 2) und 3 an den Finder und / oder, sofern nicht mit diesem identisch, an den oder die Vorbesitzer für den Erwerb des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ gezahlt haben;

welchen Erlös aus der Veräußerung des Messel Fossils „Darwinius masillae“ an das „Naturhistorisk Museum, Universität von Oslo, 0316 Oslo (Norwegen) in Euro die Beklagten zu 1), zu 2) und zu 3) erzielt haben;

erforderlichenfalls die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Angaben an Eides Statt zu versichern;

an den Kläger 50 % des nach Erteilung der Auskunft noch zu bestimmenden Veräußerungserlöses nebst Zinsen in Hohe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 26.06.2007 zu zahlen.

Die Beklagten zu 4) und 5) zu verurteilen,

dem Kläger Auskunft darüber zu erteilen,

wer der Finder des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ war;

wer der/die Vorbesitzer des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ vor den Beklagten 1), zu 2) und zu 3) war bzw. waren;

welches Entgelt die Beklagten zu 4) und/oder zu 5) an den Beklagten zu 1) und/oder die Beklagte zu 2) und/oder den Beklagten zu 3) und /oder sonstige Dritte, für die Veräußerung des Messel-Fossils „Darwinius masillae“ an das Naturhistorik Museum, Universität Oslo, 0316 Oslo (Norwegen) bezahlt haben;

welchen Erlös der Beklagte zu 4) und/oder die Beklagte zu 5) aus der Veräußerung des Messel Fossils „Darwinius masillae“ an das „Naturhistorisk Museum, Universität von Oslo, 0316 Oslo (Norwegen) in Euro die Beklagten zu 1), zu 2) und zu 3) erzielt haben;

erforderlichenfalls die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Angaben an Eides Statt zu versichern;

an den Kläger 50 % des nach Erteilung der Auskunft noch zu bestimmenden Veräußerungserlöses nebst Zinsen in Hohe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 26.06.2007 zu zahlen.

Die Beklagten beantragen,

die Klage abzuweisen.

Die Beklagten behaupten,

„Ida“ sei 1973 oder früher gefunden worden. Der erste Besitzer, der den Beklagten bekannt sei, sei Herr H gewesen, der das streitgegenständliche Fossil bzw. dessen A- und B-Platte von dem schon verstorbenen Herrn Y im Wege des Tausches erworben habe. Er habe das streitgegenständliche Fundstück im Juni 1973 einem Fossilienhändler aus O8 namens J gezeigt und ihm auch die B-Platte zur Untersuchung überlassen.

In einem an einen K adressierten Schreiben vom 05.06.1973 habe ihm H angeboten, das streitgegenständliche Fossil zu übernehmen. Daraufhin habe dieser Interesse am Erwerb der A-Platte gezeigt, so dass ihm H diese im Dezember 1973 im Wege des Tausches überlassen habe. Dieser habe bis zum Jahre 2010 zwei kleine Teile des Fossils „Ida“ beibehalten und dann durch die Vermittlung der Beklagten an Herrn N zugesandt, der sie als Teile von „Ida“ bewertet habe.

Danach habe K die A-Platte im Wege des „Gießharz-Umbettungsverfahrens“ präpariert. Dieses Verfahren sei seit Ende der 1960er Jahre bis heute bei der Präparation von Ölschiefer- Fossilien praktiziert. Der Prozess sei auf zwei Etappen verlaufen, indem das Fossil zunächst anhand einer Vorpräparation von dem umgehenden Ölschiefer befreit und danach unter Einsatz eines speziellen Kunstharzes auf eine beständige Unterlage übertragen worden sei. Die Bearbeitung des Fossils verlange neben umfangreichen Fachkenntnissen auf dem Gebiet der Präparation über prähistorische Lebewesen und deren Anatomie, spezifische Geräte und Techniken sowie höchste Konzentration, Geduld und handwerkliche Geschicklichkeit. Unter Einsatz aller dem sei dem Präparator K insbesondere die schwierige Aufgabe gelungen, die vorhandenen Weichteilen, den Mageninhalt und die Haarreste aufrechtzuerhalten. Für die Vorpräparation habe dieser insgesamt 3.000 Arbeitsstunden benötigt, für die abschließende Präparation – Freilegung und Präparation der Rückseite – noch zusätzliche 3.000 Stunden, womit die Präparation von „Ida“ insgesamt 6.000 Arbeitsstunden gedauert habe, wobei der Entgelt auf 80 € pro Stunde aufgrund des Schwierigkeitsgrades zu berechnen sei.

Die wissenschaftliche Relevanz eines Fundstückes sei von nachrangiger Bedeutung für den wirtschaftlichen Wert, der Marktwert richte sich überwiegend nach dem Aufwand, der mit dem Auffinden, Bergen und Präparieren verbunden sei.

K könne als Präparator, Vorbesitzer und früherer Eigentümer die Identität des von ihm im Jahre 1973 erhaltenen Fossils angeben. Er sei außerdem von den Beklagten über den Verkauf an das Museum in Oslo informiert worden.

Erstmals habe der Beklagte zu 1) im Jahre 1983 das streitgegenständliche Fossil im bereits präparierten Zustand bei K gesehen. Deswegen habe der Beklagte zu 1) 1983 als Fundjahr angegeben, als das Jahr, in dem er zum ersten Mal von der Existenz von „Ida“ erlangt habe. Wenn er keinen sicheren Fundzeitpunkt wisse, habe er dann denjenigen Zeitpunkt angegeben, den er sicher belegen könne. Dies habe er in ähnlichen Fällen stets praktiziert. Da die Möglichkeit bestanden habe, dass der Fundort außerhalb der Grube Messel liege, habe er den Schildkrötenhügel aufgrund der Tatsache angegeben, dass dort bereits viele vergleichbare Fundstücke gegraben worden sind. Daher habe er N die Jahreszahl 1983 sowie den oben genannten Fundort mitgeteilt und daraufhin seien diese Angaben in mehreren Artikeln aufgetaucht.

K habe das streitgegenständliche Fossil später an die Beklagten zu 2) verkauft.

In Hinsicht auf die Angaben in der Ausfuhrgenehmigung seien diese von dem Museum in Oslo unter Vermittlung des Senckenberg-Museums gemacht worden. Das Fossil sei vor dem Verkauf zunächst im Senckenberg-Museum auf seine Echtheit untersucht worden. Von dort aus habe der Käufer – das Museum in Oslo – den Transport nach Oslo organisiert.

Die Beklagten sind der Ansicht,

Miteigentum an dem Fundstück habe die Firma X AG erworben. Diese habe aber auf ihre Eigentumsrechte verzichtet, indem sie ihr mangelndes Interesse an den Fossilien demonstriert habe und die Fossiliensuche durch die Hobby-Paläontologen geduldet.

Sie habe den privaten Fossiliensucher die Suche und Bergung der Fundstücke ermöglicht und ständig beobachtet. Ihr Wille sei gewesen, dass die Leute ihre Fundstücke auch mitnehmen und behalten konnten. Der jeweilige Finder habe sein alleiniges Eigentum an dem Fossil zumindest mit stillschweigendem Einverständnis der Firma X AG erworben. Diesen Willen habe sie auch ausdrücklich in dem Schreiben vom 01.04.1997 geäußert.

Erst nach dem Einzäunen der Grundstücke im Jahre 1976 seien der Zugang durch Private und damit auch die Fossiliensuche eingeschränkt geworden, was die Tatsache belege, dass das Fossil davor und nämlich 1973 oder früher entdeckt worden sei.

Die Beklagten zu 4) und zu 5) hätten nur einen Abguss von dem Beklagten zu 1) bekommen.

Alleinige Inhaberin der … sei die Beklagten zu 2), der Beklagte zu 3) sei an der der … seiner … nur als Mitarbeiter tätig gewesen, sein Gewerbeschein richte sich alleine an den früher durch den Beklagten zu 3) ausgeübten Handel mit …, die unstreitig auch fossilienähnlich sind.

Die Beklagten erheben die Einrede der Verjährung.

Das Gericht hat Beweis erhoben durch die uneidliche Vernehmung der Zeugen H, K, E und N. Hinsichtlich des Ergebnisses wird auf die Niederschrift des Sitzungsprotokolls vom 27.03.2012, Bl. 499ff. d. A. bzw. vom 15.01.2013, Blatt 635ff. d. A., Bezug genommen.

Gründe

Die zulässige Klage ist unbegründet.

Die Klägerin hat gegenüber den Beklagten keinen Anspruch auf Auskunft und Zahlung im Zusammenhang mit dem Verkauf des streitgegenständlichen Fossils „Ida“, da die Klägerin zur Überzeugung des Gerichts nicht beweisen konnte, dass sie ein (Mit-) Eigentumsrecht an dem Fossil besitzt.

Die Klägerin ist als Anspruchstellerin dafür beweisbelastet, dass sie im Zusammenhang mit der Ausgrabung und dem Fund des Fossils „Ida“ als Rechtsnachfolgerin ein ursprüngliches Miteigentumsrecht der DfZ, welches diese gem. § 984 BGB analog erworben hätte, wirksam übertragen bekommen hat. Die Klägerin ist unstreitig Eigentümerin des Areals, das als Grube Messel bezeichnet wird. Soweit sie vorträgt, dass auf diesem Areal bzw. Grundstück das streitgegenständliche Fossil „Ida“ gefunden und sie als Rechtsnachfolgerin der DfZ deshalb Miteigentümerin sei, hatte sie zu beweisen, dass der Fund des Fossils, d.h. der Zeitpunkt, in dem dieses ausgegraben und damit vom Grundstück körperlich getrennt und entfernt wurde, zu einem Zeitpunkt nach dem Kaufvertrag aus dem Jahre 1975, den die Rechtsvorgängerin des Klägers mit der Firma X geschlossen hatte, stattfand. Denn nach dem Kaufvertrag aus dem Jahre 1975 sind nur die mit dem Grundstück selbst unmittelbar verbundenen Rechte übergegangen, so dass es demnach darauf ankommt, ob der Fundzeitpunkt nach Vertragsschluss und wie von der Kl. angegeben 1983 oder wie von den Beklagten angegeben 1973 war.

Dies ergibt sich daraus, dass in § 2 Kaufvertrags aus dem Jahre 1975 zwischen der Firma X und der Rechtsvorgängerin der Klägerin nur das Eigentum an dem Grundstück und daher alle zu diesem Zeitpunkt bestehenden, grundstücksbezogenen Rechte, die unmittelbar mit dem übertragenen Grundvermögen zusammenhängen, übertragen wurden. Nicht jedoch waren nach dem Vertragsinhalt Gegenstand dieses Vertrags und damit der Übertragung von Rechten allgemeine Rechte wie aus einem Schatzfund bzgl. einer körperlichen Sache, die sich ursprünglich auf dem Grundstück befand, wenn diese Rechte bereits vorher, nämlich bei Ausgrabung und Entfernung der Sache vom Grundstück, begründet wurden und zum Zeitpunkt der Übertragung keinen unmittelbaren Bezug zum Grundstück mehr hatten. Vielmehr ist eine Übertragung von derartigen Rechten, die zuvor irgendwann im Zusammenhang mit dem Grundstück begründet wurden, aber mit dem Grundstück selbst zum Übertragungszeitpunkt in keinem unmittelbaren Zusammenhang mehr stehen, im Vertrag gerade nicht geregelt worden. Aufgrund dessen kam es für die Frage, ob Miteigentumsrechte nach § 984 BGB analog begründet wurden, auf den Zeitpunkt des Fundes an.

Insoweit hatte die Klägerin die Beweislast dafür, dass das Fundjahr wie von ihr behauptet 1983 – und nicht wie von den Beklagten behauptet und unter Beweis gestellt spätestens 1973 – war, da sie aus rechtlicher Sicht nur dann Miteigentumsrechte geltend machten könnte.

Der Kläger konnte jedoch zur Überzeugung des Gerichts diesen Beweis nicht führen, dass der Fundzeitpunkt tatsächlich nach dem Vertragsschluss zwischen der DfZ und der De im Jahre 1975 bzw. wie von dem Kläger konkret behauptet 1983 lag. Vielmehr geht das Gericht nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme davon aus, dass der Fundzeitpunkt deutlich früher und jedenfalls spätestens 1973 gewesen ist.

Der für das Gericht und dessen Überzeugungsbildung insoweit wesentlichste Zeuge H gab in seiner Vernehmung insoweit an, dass er das streitgegenständliche Fossil eindeutig und sicher als das wiedererkenne, was er im Jahre 1973 von dem inzwischen verstorbenen Bekannten namens Y, der ebenfalls Fossiliensucher gewesen sei und in der Grube Messel gegraben habe, im Rahmen eines Tauschgeschäfts erhalten hätte. Es seien eine sog. A-Platte und eine weitere Platte gewesen, wobei die A-Platte der bessere Teil gewesen seien, da Hände und Fuß vorhanden waren. Die A-Platte, die hier im Verfahren streitgegenständlich sei, habe er dann noch im Jahre 1973 an den Zeugen K im Rahmen eines Tauschs weitergegeben, da er selbst nicht eine ausreichende Präparierung habe vornehmen können, nachdem er diesem in einem Brief davon berichtet habe. Vom Zeugen K habe er aus Dank einen Abguss von dem getauschten Fossil erhalten. Die B-Platte wiederum habe er an einen Herrn J aus O8 im Rahmen eines Tauschs weitergegeben.

Die Aussage des Zeugen ist zur Überzeugung des Gerichts vollumfänglich glaubhaft, da es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Zeuge die Unwahrheit bekundet hätte. Die Angaben sind schlüssig, ohne erkennbare Widersprüche und lebensnah bekundet worden. Auch hat der Zeuge kein erkennbares Eigeninteresse am Ausgang des Rechtsstreits, so dass auch insoweit von ihm wahrheitsgemäße Angaben erwartet werden konnten. Soweit er den Zeugen K schon lange kennt, der – wie noch ausgeführt werden wird – seinen eigenen Angaben nach das Fossil an die … der Beklagten zu 2) verkauft hatte und damit in den Rechtsstreit zumindest mittelbar involviert ist, ergibt sich daraus nichts anderes, da das Gericht auch nach dem persönlichen Eindruck, den es vom Zeugen im Rahmen der Vernehmung gewinnen konnte, keinerlei Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben hat. Der Zeuge bekundete seine Angaben sachlich, nüchtern und nachvollziehbar, zumal er sich offensichtlich an die Gegebenheiten noch gut erinnern konnte. Zudem konnte er seine Bekundungen nicht nur aus der eigenen Erinnerung, sondern auch aus schriftlichen Aufzeichnungen mittels in damaliger Zeit angelegter „Karteikarten“, die er für seine Vernehmung bei Gericht mitgebracht hatte, verifizieren.

Die Glaubhaftigkeit der Aussage des Zeugen H ergibt sich ebenfalls daraus, dass wie von ihm angegeben ein Brief an den Zeugen K vorliegt, in dem er entsprechend seinen Angaben nach von dem streitgegenständlichen Fossil berichtete. Zur Überzeugung des Gerichts handelt es sich auch dem Inhalt nach um das Fossil „Ida“, da die in diesem Brief vorhandenen Beschreibungen auf das Fossil „Ida“ durchaus zutreffen. Zum einen spricht der Zeuge H von einem „kurzen Kopf“ und von „großen Händen“, was nach Auffassung des Gerichts als allgemeine Beschreibung für das streitgegenständliche Fossil durchaus passend und in Ansehung der vorgelegten Lichtbilder von „Ida“ zutreffend ist. Insoweit ist auch zu berücksichtigen, dass es sich um einen kurz gehaltenen privaten Brief und nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung oder ähnliches handelt, so dass es nachvollziehbar ist, dass sich die Beschreibung eher allgemein und kurz verhält. Soweit der Zeuge H in diesem Brief von einem „Insektenfresser“ spricht, ist dies zur Überzeugung des Gerichts ebenfalls im Rahmen eines solchen privaten Briefs als allgemeine Bezeichnung zu verstehen, die einer – wenn auch oberflächlichen – Einschätzung bzw. Vermutung entstammt. Zum anderen wird auch ausdrücklich wie vom Zeugen H in seiner Aussage angegeben zwischen der Ölschieferplatte, in dem sich das relevante Fossil befunden haben soll und dem „Messel-Kroko“ differenziert, da im Brief an mehreren Stellen von verschiedenen Fossilien die Rede ist. Dies bestätigte der Zeuge H auch glaubhaft, dass in diesem Brief auch das streitgegenständliche Fossil beschrieben wurde und sich dies auf die dort genannte Ölschieferplatte bezog.

Auch konnte das Gericht den vom Zeugen H mitgebrachten Abguss in Augenschein nehmen, der mit den seitens der Parteien eingeführten Lichtbildern im Rahmen einer Augenscheinsnahme faktisch nicht zu unterscheiden ist bzw. identisch aussieht. Wenn aber der Zeuge H einen solchen Abguss besitzt, ist es lebensnah, dass er den Abguss wie von ihm angegeben im Zusammenhang mit dem früheren Tausch des streitgegenständlichen Fossils – wie auch vom Zeugen K bestätigt – zu einem späteren Zeitpunkt erhalten hatte. Wie anders und insbesondere warum sollte der Zeuge in den Besitz dieses Abgusses gekommen sein, wenn er dies nicht entsprechend seiner und der Angaben des Zeugen K aufgrund des früheren Tauschs später aus Dank erhalten hatte. Jedenfalls ist dies für das Gericht für sich absolut lebensnah und glaubhaft.

Soweit der Kläger die Glaubhaftigkeit der Aussage des Zeugen H durch die unter Beweis gestellte Behauptung in Frage stellt, dass der inzwischen verstorbene Sammler Y das streitgegenständliche Fossil niemals hergetauscht und zumindest davon erzählt hätte, war eine Beweiserhebung durch den insoweit benannten Zeugen L nicht geboten. Denn dieser kann aus eigener Wahrnehmung nicht sicher wissen, wie sich der verstorbene Sammler Y vorher bzw. früher verhalten hat, d.h. insbesondere dass er ein solches Fossil 1973 in Besitz hatte und später mit dem Zeugen H getauscht hat. Es ist auch nicht zwingend, dass er dem benannten Zeugen davon erzählt hätte bzw. hätte erzählen müssen, zumal zum damaligen Zeitpunkt und auch die nächsten Jahre nach 1973 die Wichtigkeit dieses Fossils nicht bekannt war.

Auch kam eine Beweiserhebung durch die Vernehmung der seitens des Klägers angebotenen sachverständigen Zeugen, insbesondere M und P, nicht in Betracht. Soweit der Kläger diese zum Beweis dafür anbietet, dass solche Fossilien wie das streitgegenständliche nicht vor 1980 gefunden worden seien, stellt sich dies zur Überzeugung des Gerichts nicht als wissenschaftlich zu 100 % gesicherte Erkenntnis, sondern nur als Rückschluss daraus dar, dass im Rahmen der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse kein Fundzeitpunkt vorher bekannt ist. Es ist jedoch nicht auszuschließen, sondern nach Auffassung des Gerichts durchaus möglich, dass es wie vom Zeugen H in Bezug auf den vermeintlichen Finder Y angegeben Personen gegeben haben kann, die einen solchen Fund schon vor den bisher bekannten Zeitpunkten gemacht haben, sich aber zuerst – in Unkenntnis der Relevanz eines solchen Fundes – bedeckt gehalten oder dies zumindest nicht publik gemacht haben bzw. Informationen über einen solchen Fund wie auch bei dem streitgegenständlichen Fossil geschehen erst über gewisse Umwege Jahre später bekannt wurden. Dies wird auch bestätigt durch den als sachverständig zu bezeichnenden Zeugen N, der in seiner Vernehmung glaubhaft bekundete, dass ein Fund des streitgegenständlichen Fossils im Jahre 1973 durchaus denkbar und nicht auszuschließen wäre. Zudem bekundete der Zeuge für das Gericht nachvollziehbar, dass eine genauere Bestimmung des Fundzeitpunkts, insbesondere ob dies im Jahre 1973 oder 1983 gefunden wurde, technisch nicht möglich sei, was für das Gericht nachvollziehbar ist, so dass auch insoweit die Einholung eines vom Kläger angebotenen Sachverständigengutachtens nicht angezeigt war.

Letztlich spricht für die Richtigkeit der Angaben des Zeugen H die Aussage des Zeugen K. Dieser gab an, dass er das streitgegenständliche Fossil als sog. A-Platte im Jahre 1973 vom Zeugen H getauscht habe, nachdem dieser in einem Brief davon berichtet habe. Er habe es dann über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren präpariert, bevor er es dem Beklagten zu 1) erstmals 1983 im fertig präparierten Zustand gezeigt habe. Für die Präparation seien dabei von ihm ca. 6000 Stunden aufgewandt worden, wobei er dies neben seiner normalen Arbeitstätigkeit und damit nebenbei gemacht habe. Dem Beklagten zu 1) habe er genauso wie dem Zeugen H einen Abguss von dem streitgegenständlichen Fossil übergeben, wobei er nicht wisse, ob der Beklagte zu 1) diesen an jemand anderes, insbesondere an eine Frau D1, weitergegeben habe. Das von ihm präparierte und streitgegenständliche Fossil habe er dann im Jahre 2007 an die Beklagte zu 2) für 400.000,00 € verkauft.

Diese Angaben decken sich im Hinblick auf den Ablauf bis zur Übergabe des Fossils an ihn mit den Angaben des Zeugen H. Beide gaben in ihren Aussagen an, dass vor Übergabe des Fossils ein Brief des Zeugen H an den Zeugen K übersandt wurde, in dem es um das streitgegenständliche Fossil gegangen sei. Ebenfalls gaben beide übereinstimmend an, dass das Fossil getauscht worden sei, wobei die Aussagen weder aufeinander abgestimmt noch anderweitig abgesprochen wirkten.

Diese Angaben des Zeugen K werden zudem bestätigt durch die glaubhaften Angaben des Beklagten zu 1) in seiner informatorischen Anhörung. Der Beklagte zu 1) gab für das Gericht glaubhaft an, dass er das streitgegenständliche Fossil erstmals 1983 gesehen habe bzw. dies ihm gezeigt worden sei, wobei das Fossil präpariert gewesen wäre. Dies erklärte der Beklagte zu 1) im Übrigen auch gegenüber dem Zeugen N, der insoweit angab, dass der Beklagte zu 1) ihm gesagt habe, dass er das streitgegenständliche Fossil erstmal im Jahre 1983 in präpariertem Zustand gesehen habe. Zudem gab der Beklagte zu 1) übereinstimmend mit der Aussage des Zeugen K an, dass er von diesem einen Abguss erhalten und diesen dann an die Beklagte zu 5) – was diese in ihrer informatorischen Anhörung bestätigte – weitergegeben habe.

Soweit der Kläger die Glaubhaftigkeit der gesamten Aussage des Zeugen K und damit mittelbar auch des Zeugen H im Hinblick auf die vom Zeugen angegebene Präparationszeit und den Stundenaufwand unter Beweisantritt mittels eines Sachverständigengutachtens bestreitet, sieht sich das Gericht nicht dazu gedrängt, insoweit Beweis zu erheben.

Zum einen haben zu dieser Frage zumindest die Zeugen E und N insoweit Angaben gemacht. Der Zeuge E gab an, dass man eine Präparationszeit von 4-8 Wochen ansetzen müsse, wenn täglich daran gearbeitet würde. Demgegenüber gab der Zeuge N aber an, dass für Präparationen dieser Art je nach Fossil durchaus mehr als 1000 Stunden anfallen und derartige Präparationsarbeiten Jahre dauern könnten, da die Präparation diffizil sei und nur unter dem Mikroskop vorgenommen werden könne. In einem Fall sei es so gewesen, dass die Präparation eines Dinosauriers 10 Jahre gedauert habe.

Insoweit ist es zur Überzeugung des Gerichts jedenfalls möglich, dass eine große Anzahl von Stunden und auch ein längerer Zeitraum für ein derartiges Präparationsverfahren anzusetzen ist. Insoweit ist zu berücksichtigen, dass der Zeuge K bekundete, diese Arbeiten immer nur neben seiner normalen Arbeit in seiner Freizeit gemacht zu haben, so dass ein Zeitraum für mehrere Jahre durchaus möglich erscheint. Darüber hinaus muss es entgegen des Vortrags des Klägers ebenfalls möglich sein, dass eine Lagerung über mehrere Jahre – wenn auch unter den entsprechenden Bedingungen – vorgenommen werden kann, da der Zeuge N glaubhaft angab, dass er von einer Präparationszeit eines Dinosauriers von 10 Jahren wisse, der ebenfalls einen solchen Zeitraum gelagert worden sein muss. Diese Zeit wiederum ist für einen Dinosaurier und damit eine gewisse Größe insoweit nachvollziehbar, als dass die Präparation über den gesamten Zeitraum und nicht nur wie beim Zeugen K nebenbei erfolgte. Beim Zeugen K wiederum ist ein langer Zeitraum aber auch dadurch erklärbar, dass er die Präparation seinen Angaben nach neben seiner normalen Arbeit vornahm, so dass sich die Präparationszeit dadurch mit Sicherheit erheblich verlängerte.

Selbst wenn aber die Angaben des Zeugen K hinsichtlich der Dauer der Präparation und die Anzahl der aufgewendeten Stunden insoweit unrichtig sein sollten, geht das Gericht dennoch zumindest davon aus, dass die Angaben deshalb nicht insgesamt unwahr sind, sondern jedenfalls im Hinblick auf den Übergabezeitpunkt im Jahre 1973 und das von ihm dazu bekundete Geschehen zutreffen. Denn es liegt immer noch in der allgemeinen Lebenserfahrung, dass der Zeuge K dieses Fossil bearbeitete und danach zeitweise zurückhielt, bevor er es dem Beklagten zu 1), was dieser bestätigte, im Jahre 1983 in präparierter Form zeigte. Dies gilt insbesondere deshalb, da die Aussage des Zeugen H als „neutralem“ Zeugen hinsichtlich der Übergabe des streitgegenständlichen Fossils im Jahre 1973 absolut glaubhaft war und das Gericht keinerlei Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben besitzt.

Mittelbar wird die Aussage des Zeugen K ebenfalls bestätigt durch die Angaben der Beklagten zu 4) und 5), die in ihrer informatorischen Anhörung bekundeten, dass diese nur einen Abguss vom Beklagten zu 1) erhalten hätten, jedoch niemals im Besitz des Originals gewesen seien, dieses auch nicht gefunden und mit niemanden über den Verkauf gesprochen bzw. verhandelt hätten.

Auch nach diesen Angaben der Beklagten zu 4) und 5) ist entgegen des ursprünglichen Vortrags des Klägers, der den Fund im Jahre 1983 und den Weiterkauf des streitgegenständlichen Fossils durch die Beklagten zu 4) und 5) unter deren Benennung als Zeugen unter Beweis stellte, bevor er die Klage auf diese erweiterte, jedenfalls der Fundzeitpunkt 1983 nicht belegt. Das Gericht schenkt den Beklagten zu 4) und 5) jedenfalls insoweit Glauben, als dass sie nicht Finder des streitgegenständlichen Fossils waren, daher auch keine Angaben zum Fundzeitpunkt und Fundort machen konnten und das Original auch nicht an die … verkauften hätten.

Der insoweit seitens des Klägers zum Beweis angebotene Zeuge E konnte die Behauptungen des Klägers in Bezug auf die Beklagten zu 4) und 5) und damit deren Glaubwürdigkeit in für das Gericht wesentlichen Punkten nicht bestätigen. Dieser bekundete, dass er erst bei einer Feier im Jahre 1989 oder 1990 vom Beklagten zu 4) im damaligen Schlafzimmer an der Wand ein Fossil gezeigt bekommen hätte, was wie das Original des streitgegenständlichen Fossils ausgesehen habe, und von diesem auch als Original und Stolz der Sammlung bezeichnet worden sei. Er habe dieses lediglich ca. 3 Minuten angeschaut, ohne dies zu untersuchen, bevor er den Raum wieder verlassen hätte. Er habe es damals entsprechend der Angaben des Beklagten zu 1) für das Original gehalten, wobei er nicht sicher sagen könne, dass es tatsächlich das Original oder nur eine Reproduktion gewesen sei, da Reproduktion qualitativ zum Teil so gut seien, dass diese von den Originalen rein visuell ohne genauere Untersuchung nicht zu unterscheiden sei. Es sei ihm zu keinem Zeitpunkt gesagt worden, dass die Beklagten zu 4) und zu 5) dies gefunden hätten. Er habe Anfang der 80er Jahre nur Gerüchte darüber gehört, dass ein „Affe“ gefunden worden sei. Erst nach dem Besuch bei den Beklagten zu 4) und 5) habe er ebenfalls von anderen gehört, dass das Fossil verkauft werden solle. Dies sei ihm aber nicht von den Beklagten zu 4) und 5) gesagt worden und er habe ihnen auch kein konkretes Kaufangebot gemacht, sondern nur auf den Anrufbeantworter gesprochen und allgemein um einen Rückruf gebeten, ohne eine Kaufabsicht zu nennen.

Der Zeuge E konnte mithin grundsätzlich und auch insbesondere in Bezug auf die Beklagten zu 4) und 5) weder den genauen Fundzeitpunkt noch den Finder selbst mit der notwendigen Sicherheit angeben. Zum Finder konnte er keinerlei Angaben machen und zum Fundzeitpunkt nur vage Erzählungen wiedergeben, die sich in Bezug auf den Fund eines „Affens“ herumgesprochen hatten. Soweit diese Gerüchte bzw. Erzählungen Anfang der 80er Jahre auftauchten und damit auch das Jahr 1983 betroffen haben, ist dies jedenfalls kein ausreichender Beweis dafür, dass das streitgegenständliche Fossil tatsächlich zu diesem Zeitpunkt und nicht bereits früher gefunden wurde. Wie bereits ausgeführt ist es möglich und nicht außerhalb der Lebenserfahrung, dass der Fund erst Jahre später publik wird und daher erst später derartige Erzählungen in den Kreisen der Fossiliensucher kursieren.

Soweit die Beklagten zu 4) und 5) gegenüber dem Zeugen E entgegen ihrer Angaben in ihrer informatorischen Anhörung dies als Original ausgegeben haben, ist dies zum einen bereits immerhin ca. 23 Jahre her, so dass sie dies auch vergessen haben und deshalb nicht zwingend die Unwahrheit gesagt haben müssen. Zum anderen beweist eine solche Angabe nicht, dass es sich tatsächlich um das Original handelte und diese daher das streitgegenständliche Fossil im Jahre 1983 gefunden haben. Dies umso mehr, als dass dies gegenüber dem Zeugen E gesagt worden sein könnte, um die eigene Sammlung besser darzustellen und damit letztlich „anzugeben“, ohne, dass dies damals zugetroffen hätte. Jedenfalls stellt dies – insbesondere in Anbetracht der absolut glaubhaften Aussage des Zeugen H zum Übergabezeitpunkt des streitgegenständlichen Fossils an ihn im Jahre 1973 – keinen Beweis dar, dass dies tatsächlich das Original war, die Beklagten zu 4) und zu 5) auch die Finder gewesen sind und der Fundzeitpunkt wie von dem Kläger behauptet 1983 lag. Vielmehr sind nach dem Inhalt der Aussage des Zeugen E weder Fundort und –zeit noch andere Umstände wie der Finder, die einen Fundzeitpunkt im Jahre 1983 bzw. nach Vertragsschluss 1975 beweisen könnten, ihm gegenüber erklärt worden. Nach alledem konnte der Zeuge E entgegen des Inhalts des Beweisangebots keinen Beweis für den vom Kläger behaupteten Fundzeitpunkt erbringen. Ebenso konnte der Inhalt seiner Angaben deshalb auch nicht die Angaben der Beklagten zu 4) und 5) sowie des Beklagten zu 1) und damit mittelbar der Zeugen H und K erschüttern bzw. widerlegen.

Letztlich bedurfte es auch nicht der Beweiserhebung durch den im Zusammenhang mit einem Zeitungsartikel vom ….2012 als Beweismittel zu Protokoll benannten Zeugen F1. Soweit er zum Beweis für die Tatsache angeboten wird, dass er das Original im Wohnzimmer habe hängen gesehen und die Beklagte zu 5) das streitgegenständliche Fossil nur insgesamt mit der sonstigen Sammlung habe verkaufen wollen, war zur Überzeugung des Gerichts ebenfalls keine weitergehende Beweisaufnahme angezeigt. Denn hiernach würde nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststehen, dass es sich tatsächlich um das Original handelte, welches erst im Jahre 1983 gefunden wurde. Es ist nicht einmal vorgetragen, dass der angebotene Zeuge dies überprüft hätte, sondern nur, dass er „das Original gesehen“ hätte. Nach der Aussage des Zeugen E, der sich selbst und auch von dem Kläger als Fachmann in Präparationen von Fossilien angesehen wird, sind gute Reproduktionen ohne genauere Untersuchung nicht alleine visuell vom Original zu unterscheiden, so dass dies jedenfalls nicht beweist, dass es sich tatsächlich um das Original gehandelt hätte. Soweit dies von der Beklagten zu 5) als Original gegenüber dem benannten Zeuge ausgegeben wurde, könnte sie auch den ihr übergebenden Abguss bzw. die Reproduktion genauso wie die anderen „echten“ Fossilien ihrer Sammlung verkaufen wollen, um diese gewinnbringend zu Geld zu machen. Dabei könnte sie auch über die Echtheit konkludent – vom Kläger wurde nicht behauptet, dass sie dies ausdrücklich als Original ausgegeben hatte – getäuscht haben. Jedenfalls ist dies – und das ist für das Gericht wesentlich – gleichfalls wie hinsichtlich der Angaben des Zeugen E kein Beweis dafür, ob dies tatsächlich das Original war und insbesondere, ob dies tatsächlich erst im Jahre 1983 gefunden wurde. Dies muss umso mehr gelten, als dass der Zeuge H wie ausgeführt vollumfänglich und unzweifelhaft glaubhafte Angaben gemacht hat, die hierdurch keinesfalls erschüttert werden könnten und sich weder aus der informatorischen Anhörung der Beklagten zu 4) und 5) noch aus der Vernehmung des Zeugen E ergibt, dass der Finder bekannt und insbesondere das Fundjahr nach 1975 und wie von dem Kläger behauptet 1983 war.

Des Weiteren ergibt sich der von dem Kläger behauptete Fundzeitpunkt auch nicht aus der informatorischen Anhörung des Beklagten zu 1) und der auch in diesem Zusammenhang getätigten Aussage des Zeugen N.

Der Beklagte zu 1) gab in seiner informatorischen Anhörung an, er habe zu keinem Zeitpunkt – gegenüber wem auch immer – einen konkreten Fundzeitpunkt aus seiner eigenen Kenntnis genannt, sondern das Jahresdatum 1983 nur angegeben, da er in diesem Jahr das streitgegenständliche Fossil zum ersten Mal im präparierten Zustand gesehen habe.

Der Zeuge N bestätigte diese Angaben des Beklagten zu 1), indem er bekundete, dass der Beklagte zu 1) auf ihn bei einer Messe in O9 im Jahre 2006 zugekommen sei und Photos von dem Fossil gezeigt habe. Der Beklagte zu 1) habe angegeben, dass er einen Sammler kenne, der dieses Fossil verkaufen wolle. Nachdem er sich dies überlegt und Kaufinteresse gehabt habe, habe er genauere Informationen über das Fundstück haben wollen. Insbesondere sei ihm wichtig gewesen, dass das Fossil jedenfalls vor 1985 gefunden worden sei, da die Grube Messel als Fundort danach zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden sei und es deshalb ansonsten hätte Probleme geben können. Im Rahmen dieses weiteren Gesprächs habe ihm der Beklagte zu 1) gesagt, dass dieser das streitgegenständliche Fossil erstmals 1983 präpariert gesehen habe, ohne den Finder und den genauen Fundzeitpunkt zu kennen. Die Angaben zum Fundzeitpunkt – auch und gerade im Kaufvertrag – wiederum würden auch vom Beklagten zu 1) stammen, was aber aufgrund einer gemeinsamen Absprache erfolgt sei. Man habe sich gemeinsam im Hinblick auf den Fundzeitpunkt und der Problematik des Weltkulturerbes darauf geeinigt, dass 1983 der Fundzeitpunkt gewesen sei. Da nach Angaben des Beklagten zu 1) dieser das Fossil bereits zu diesem Zeitpunkt präpariert gesehen hatte, hätte dieses daher bereits vor 1983 gefunden worden sein müssen. Auch wenn der Fundzeitpunkt unsicher gewesen sei, sei er jedoch davon ausgegangen, dass dies früher gefunden worden wäre, da der Finder nicht bekannt gewesen sei, jedoch das Fossil nach Angaben des Beklagten zu 1) bereits präpariert gewesen sei. Der konkrete Fundzeitpunkt sei ihm letztlich egal gewesen sei, solange dieser vor 1985 gelegen hätte, da er das Fossil dann aus rechtlicher Sicht unproblematisch habe erwerben können. In seinen Veröffentlichungen zu „Ida“, d.h. zum streitgegenständlichen Fossil, habe er sich daher immer auf diesen der Einigung entspringenden Zeitpunkt bezogen, ohne dass der Beklagte zu 1) diesen Zeitpunkt zu irgendeinem Zeitpunkt als Fundzeit gegenüber ihm angegeben habe.

Nach diesen Angaben des Zeugen N wurde die Aussage des Beklagten zu 1) bestätigt, so dass die Angaben zum Fundzeitpunkt 1983 entgegen der Behauptung des Klägers gerade nicht auf einer konkreten Aussage, sondern lediglich auf einer Einigung der beiden beruhte. Aufgrund dessen ist auch insoweit kein Beweis erbracht, dass der Beklagte zu 1) den Fundzeitpunkt im Jahre 1983 sicher wusste und auch gegenüber N und anderen Personen bekundete.

Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Inhalt der Ausfuhrgenehmigung, die vor dem Verkauf des streitgegenständlichen Fossils beantragt werden musste und letztlich erteilt wurde. Soweit in der Ausfuhrgenehmigung das Jahr 1983 angegeben wurde, ist dies allenfalls die konsequente Fortführung der „Einigung“ zwischen dem Zeugen N und dem Beklagten zu 1), da es gerade zu diesem Zeitpunkt für den Zeugen N als Käufer wegen dem ab 1985 bestehenden Weltkulturerbe bezüglich der Grube Messel wichtig war, dass der Fundzeitpunkt vor 1983 lag, damit es keine Probleme hinsichtlich des Erwerbs geben würde. In Ansehung dessen und darüber hinaus ist die Angabe des Fundjahres 1983, selbst wenn sie im Rahmen dieser Ausfuhrgenehmigung vom Beklagten zu 1) veranlasst worden wäre, kein Beweis dafür, dass das streitgegenständliche Fossil tatsächlich erst im Jahre 1983 gefunden wurde und dass der Beklagte zu 1) dies entgegen seiner Angabe wusste, so dass insoweit seitens der Klägerin angebotene Beweiserhebung nicht nötig war.

Gleiches gilt für den Vortrag der Klägerin im Hinblick auf die von ihr behaupteten Angaben des Beklagten zu 1) gegenüber Presse und Fernsehen. Zum einen stützt sich die Presse auf Informationen, die insbesondere im Zusammenhang mit den bisherigen Veröffentlichungen existieren, die im Wesentlichen auch durch den Zeugen N als Käufer des streitgegenständlichen Fossils beeinflusst sind, der aus den bereits genannten Gründen von dem Fundjahr 1983 ausging und dies auch so grundsätzlich und in seinen Veröffentlichungen kommunizierte. Dies wiederum hing entsprechend der Angaben des Zeugen N mit der Einigung zwischen ihm und dem Beklagten zu 1) über das Fundjahr 1983 zusammen, da dieser Zeitpunkt nur insoweit relevant war, dass er vor 1985 liegen musste. Soweit der Beklagte zu 1) diese Informationen – wenn überhaupt – gegenüber der Presse und Fernsehen selbst mitgeteilt hätte, wäre dies erneut nur eine konsequente Fortführung im Sinne der Einigung mit dem Zeugen N gewesen, dem dieser Fundzeitpunkt für den Kauf wie dargetan immens wichtig war. Dies würde aber gerade in Ansehung der Absprache und dem daraus folgenden Verhalten des Beklagten zu 1) und des Zeugen N keinesfalls beweisen, dass der Fundzeitpunkt wie von der Klägerin behauptet im Jahr 1983 lag und dass der Beklagte zu 1) dies als Fundzeitpunkt tatsächlich kannte und daher gegenüber Dritten so angab. Aufgrund dessen war eine Beweiserhebung nach Auffassung des Gerichts auch insoweit nicht notwendig.

Letztlich war auch eine Beweiserhebung des von der Klägerin benannten Zeugen I in Ansehung des bisherigen Beweisergebnisses nicht angezeigt. Soweit dieser zum Beweis für die Behauptung, er habe im Jahre 1991 die B-Platte von Finder erworben und ihm gegenüber sei 1983 als Fundzeitpunkt angegeben worden, angeboten wird, gibt diese bereits keine gesicherte Auskunft darüber, wann das Fundjahr der beiden Platten tatsächlich war. Vielmehr handelt es sich um einen reinen Ausforschungsbeweis, da der Zeuge I beim eigentlichen Fund unstreitig nicht dabei war und daher zum einen nicht wissen kann, wer der „echte“ Finder und zu welchem Zeitpunkt dies war und andererseits, ob derjenige, der ihm die B-Platte verkauft haben will, sich möglicherweise nur als solcher ausgegeben hat. Aufgrund dessen kann er auch nicht bezeugen, dass das angebliche Fundjahr 1983 den Tatsachen und daher der Wahrheit entspricht. Darüber hinaus ist der Vortrag der Klägerin widersprüchlich, wenn sie einerseits behauptet, dass die Beklagten zu 4) und zu 5) Finder des streitgegenständlichen Fossils im Jahre 1983 gewesen sein sollen, dann jedoch nur vorträgt, dass die B-Platte von „einem Finder“ – und damit nicht von den Beklagten zu 4) und 5) – an I verkauft worden sein sollen. Nach alledem war eine Beweiserhebung zur Überzeugung des Gerichts auch insoweit nicht notwendig, da sie keine weiteren und zugleich sicheren Erkenntnisse zum tatsächlichen Fundzeitpunkt hätte liefern können, die das bisherige Beweisergebnis in Frage gestellt hätten.

Dem Klägervertreter war kein Schriftsatznachlass auf den Schriftsatz vom 11.01.2013 zu gewähren, da in diesem Schriftsatz kein für die Entscheidung relevanter neuer Sachvortrag vorliegt und der Rechtsstreit daher unabhängig von einer Stellungnahme entscheidungsreif war.

Die Klage war insgesamt abzuweisen, da dem Kläger nicht nur kein Auskunftsanspruch, sondern aus den gleichen Gründen mangels Eigentumsrechts bzw. Berechtigung hinsichtlich des Fossils „Ida“ unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt ein Zahlungsanspruch gegenüber den Beklagten zusteht.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO, da die Klägerin vollumfänglich unterliegt.

Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf § 709 ZPO.