AG Fürth (Bayern), Beschluss vom 13.05.2008 - 203 F 1919/07
Fundstelle
openJur 2012, 92223
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Tenor

1. Es wird festgestellt, dass die elterliche Sorge des Vaters ... für das Kind ... geb. am ... ruht, da der Vater auf längere Zeit die elterliche Sorge tatsächlich nicht ausüben kann. (§ 1674 BGB)

2. Es wird festgestellt, dass damit die Antragstellerin, ... die elterliche Sorge für das oben genannte Kind alleine ausübt.

3. Gerichtsgebühren werden nicht erhoben. Die gerichtlichen Auslagen hat die Antragstellerin zu tragen. Außergerichtliche Auslagen werden nicht erstattet.

4. Der Geschäftswert wird auf Euro 3.000,00 festgesetzt.

Gründe

Das Kind ..., geb. am ... entstammt der Ehe von ... und ... Diese Ehe wurde am 28.03.2000 in den ... geschieden. Die elterliche Sorge für ... steht den Eltern gemeinsam zu.

Das Kind ... lebt bei der Mutter, ... und wird von dieser betreut.

Zwischen den beiden Eltern besteht kein Kontakt.

Eine aktuelle Adresse des Antragsgegners in den ... ist nicht bekannt. Die Gerichtspost an die zuletzt bekannte Adresse kam als unzustellbar zurück. Mangels aktueller Adresse und Telefonnummer ist der Antragsgegner bereits seit 2004 für die Antragstellerin nicht mehr erreichbar.

Da sich der Antragsgegner seit geraumer Zeit im Ausland aufhält, die Kontaktaufnahme äußerst erschwert ist, ihn insbesondere behördliche Post nicht erreicht, und er sich seit über zwei Jahren nicht mehr gemeldet hat, ist davon auszugehen, dass die elterliche Sorge bezüglich des Kindes ... durch den Kindsvater auf längere Zeit nicht ausgeübt werden kann, so dass diese ruht, § 1674 BGB.

Damit wird die elterliche Sorge bezüglich des Kindes von der Antragstellerin alleine ausgeübt.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 95 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 KostO. § 13 a Abs. 1 FGG.

Der Geschäftswert bestimmt sich nach § 30 Abs. 2 KostO.