AG Leverkusen, Urteil vom 08.08.2007 - 22 C 536/06
Fundstelle
openJur 2020, 4030
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Tenor

Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 1.567,43 € nebst Zinsen in Höhe von 5 %-Punkten über dem jeweiligen Basiszinssatz auf 1.535,- € seit dem 21.9.2006 sowie auf 32,43 € ab 17.11.2006 sowie Nebenkosten in Höhe von 102,37 € zuzüglich Zinsen hierauf in Höhe von 5%-Punkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab 17.11.2006 zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt der Beklagte.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Am 8.7.2006 ereignete sich zwischen dem Kläger als Pkw-Fahrer und dem Beklagten als

Rollerfahrer eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Kläger verletzt wurde.

Der Kläger behauptet, der Beklagte habe ihm einen Vogel gezeigt, woraufhin er ihn ge-

fragt habe warum. Daraufhin sei der Beklagte von seinem Roller abgestiegen, zum ge-

öffneten Fenster des Pkw’s gekommen und sodann habe sich zwischen beiden eine

verbale Auseinandersetzung entfaltet. Danach habe der Beklagte ihn aus den Wagen

gezerrt und mehrfach ins Gesicht geschlagen, so dass er verletzt war.

Der Kläger begehrt Schmerzensgeld in Höhe von 1.500,- €, 25,- € Kostenpauschale und

10,- € Schadensersatz für ein T-Shirt, welches im Verlauf der Auseinandersetzung zer-

rissen worden ist.

Darüber hinaus fordert der Kläger 10,- € für die Zuzahlung der Fahrt mit dem Rettungs-

wagen, 5,- € für die Zuzahlung zu einer Schanz´sche Krawatte und Attestkosten in Höhe

von 17,43 €.

Der Kläger beantragt dementsprechend

den Beklagten zu verurteilen,

an den Kläger 1.567,43 € nebst Zinsen in Höhe von 5 %-Punkten

über dem jeweiligen Basiszinssatz auf 1.535,- € seit dem 21.9.2006

sowie auf 32,43 € ab 17.11.2006 sowie Nebenkosten in Höhe von

102,37 € zuzüglich Zinsen hierauf in Höhe von 5 %-Punkten über

dem jeweiligen Basiszinssatz ab 17.11.2006 zu zahlen.

Der Beklagte beantragt,

die Klage abzuweisen und bestreitet im wesentlichen den Umfang der

Verletzungen und die Erforderlichkeit des Schadensersatzes.

Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf den vorgetragenen Akteninhalt Bezug genommen.

Das Gericht hat Beweis erhoben. Wegen des Ergebnisses der Beweisaufnahme wird auf den

Inhalt der Sitzungsniederschrift vom 18.7.2007 Bezug genommen.

Gründe

Die Klage ist im vollem Umfang nach § 823 BGB begründet, so dass der Beklagte verpflichtet

ist, an den Kläger Schmerzensgeld nach § 253 BGB und Schadensersatz nach § 249 BGB zu

zahlen.

Zum einen ist dem Kläger der Beweis gelungen, dass der Beklagte ihn geschlagen und erheb-

lich körperlich verletzt hat: Übereinstimmend haben die Zeugin Tonak und der Zeuge Klein be-

kundet, dass der Beklagte den Kläger aus den Pkw gezerrt, geschlagen und mit dem Kopf

gegen die Karosserie geschlagen hat.

Das Gericht hatte keine vernünftigen Zweifel an der Richtigkeit dieser Bekundungen, so dass im

Hinblick auf die Klinikum Leverkusen attestierten Verletzungen (2 cm große Prellmarke rechts

frontal mit oberflächlichen äußeren Hautverletzungen, Schmerzen in der HWS, Schmerzan-

gaben in der linken Flanke) und der damit verbundenen Diagnose einer Schädelprellung und

Distorsion im HWS ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500,- € schuld- und tatangemessen

waren, um dem Beklagten das Unrecht seines Verhaltens vor Augen zu führen.

Zum anderen war der Beklagte aber auch verpflichtet, dem Kläger den von ihm geforderten

Schadensersatz zu leisten: Die vom Kläger geltend gemachten Schadensbeträge waren zum

einen durch Rechnungen substantiiert nachgewiesen, zum anderen aber auch in

entsprechender Anwendung des § 287 ZPO als angemessen zu schätzen.

Die Entscheidung über die Nebenforderungen folgt aus dem § 286 ff. BGB.

Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreck-

barkeit aus den § 708 ff. ZPO.